Süßstoff-Blog

E-Nummern
Diplom Oecotrophologin Anja Krumbe
Anja Roth
Diplom-Oecotrophologin
Anja Roth ist Diplom Oecotrophologin und Fachjournalistin. Sie führt eine eigene Praxis für Ernährungsberatung und -therapie sowie eine Lehrküche. Seit über 10 Jahren ist sie freiberuflich für den Süßstoff Verband tätig.
MEHR VOM AUTOR
03. Aug. 2020
0

6 Fragen zu E-Nummern: Was steckt hinter den Codes in der Zutatenliste?

E-Nummern – bei fast allen industriell verarbeiteten Lebensmitteln stehen sie in der Zutatenliste. Für viele Menschen sind die Zahlencodes auf ihren Nahrungsmitteln gute Bekannte, doch was sie wirklich bedeuten, wissen die wenigsten. In diesem Beitrag bringen wir Licht ins Dunkle des E-Nummern-Dschungels und klären darüber auf, was E-Nummern bedeuten und warum sie hilfreich für Verbraucher sein können.

Frage #1: Was sind Lebensmittelzusatzstoffe?

Die Europäische Union hat E-Nummern eingeführt, um Lebensmittelzusatzstoffe zu kennzeichnen. So weit, so gut. Doch wofür genau benötigt man diese Zusatzstoffe? Die mit E-Nummern beschriebenen Lebensmittelzusätze beeinflussen die jeweiligen Produkte, in denen sie enthalten sind. So sind beispielsweise Farb-, Konservierungs- und Süßstoffe Lebensmittelzusätze, die als E-Nummern gekennzeichnet werden. Sie beeinflussen das Aussehen, verlängern die Haltbarkeit und können den Geschmack von Lebensmitteln verändern.

Frage #2: Wofür steht das E in E-Nummer?

Diese Frage lässt sich sehr einfach beantworten: Das E steht für Europa. Denn alle Lebensmittelzusatzstoffe, die eine E-Nummer zugeteilt bekommen haben, sind europaweit zugelassen.

Frage #3: Sind alle E-Nummern zugelassen?

Alle Lebensmittelzusatzstoffe, die mit einer E-Nummer gekennzeichnet sind, sind in Europa zugelassen. Das ist mit Sicherheit zu sagen, denn bevor Lebensmittelzusätze eine E-Nummer erhalten, werden sie in vollem Umfang getestet und auf ihre Unbedenklichkeit untersucht. Kurz gesagt: Die Verwendung von Zusatzstoffen ist so lange verboten, bis die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sie ausdrücklich freigibt.

Lebensmittelzusatzstoff Kategorien

  • Antioxidationsmittel
  • Backtriebmittel
  • Emulgator
  • Farbstoff
  • Festigungsmittel
  • Feuchthaltemittel
  • Füllstoff
  • Geliermittel
  • Geschmacksverstärker
  • Konservierungsstoff
  • Mehlbehandlungsmittel
  • Modifizierte Stärke
  • Säuerungsmittel
  • Schaumverhüter
  • Schmelzsalz
  • Stabilisator
  • Süßungsmittel
  • Trägerstoff
  • Treibgas
  • Trennmittel
  • Überzugsmittel
  • Verdickungsmittel

Frage #4: Wie viele verschiedene E-Nummern gibt es?

Grundsätzlich lassen sich E-Nummern in 24 Kategorien einteilen. Diesen Kategorien können derzeit 316 – durch die EFSA zugelassene – Lebensmittelzusatzstoffe beziehungsweise E-Nummern zugewiesen werden. Bei vielen Zusätzen ist eine eindeutige Kategorisierung jedoch nicht möglich, da sie mehrere Eigenschaften gleichzeitig haben. Diese Stoffe werden aber immer der Kategorie ihrer Hauptfunktion zugeordnet.

Frage #5: Welche E-Nummern gehören zu Süßstoffen?

Von den 316 zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffen zählen elf zur Gruppe der Süßstoffe. Sie tragen die E-Nummern 950-969 und teilen sich die Kategorie „Süßungsmittel“ mit den Zuckeraustauschstoffen. Diese sind jedoch strikt von Süßstoffen zu trennen, da sie sich in ihren Eigenschafen in vielerlei Hinsicht unterscheiden.

Süßstoffe sind sicher

Ebenso wie alle anderen Lebensmittelzusatzstoffe werden auch Süßstoffe sehr gründlich getestet. Zugelassen werden nur Stoffe, die durch Expertengremien ausführlich untersucht und zur absolut unbedenklichen Verwendung in Lebensmitteln freigegeben wurden.

Übersicht

Süßstoff-NameE-Nr.ADI-Wertmg/kg KörpergewichtSüßkraftx Süßer als ZuckerEntdeckt / zugelassen seit
Acesulfam-KE-950SCF 9
JECFA 15
130-2001962 / 1994
AdvantamE-969520.000 -
37.000
Juni 2014
AspartamE-951SCF 40
JECFA 50
2001966 / 1994
Acesulfam-Aspartam-SalzE-951(*1)3501995 / 2004
CyclamatE-952SCF 7
JECFA 11
30 - 501937 / 1963 (D) 1994
Neohesperidin DCE-959SCF 5
JECFA (*2)
400-6001963 / 1994
NeotamE-96127.000 -
13.000
1992 / 2010 (*3)
SaccharinE-9545300 - 5001887 / 1900 (USA)
1994
Steviolglycoside
“Stevia”
E-96043001887 / 2011
SucraloseE-955156001976 / 2004
ThaumatinE-957unbegrenzt2.000 -
3.000
1855 / 1994

Frage #6: Sind alle Lebensmittelzusätze künstlich?

Oft eilt Zusatzstoffen die Annahme voraus, dass sie ausschließlich künstlich hergestellte Erzeugnisse sind. Viele Zusätze sind jedoch in Naturprodukten enthalten und werden aus diesen gewonnen. Das wohl prominenteste Beispiel für Lebensmittelzusätze versteckt sich hinter der E-Nummer E300 – Ascorbinsäure, auch Vitamin C genannt. Diese kommt unter anderem in Zitrusfrüchten vor. Ein weiteres Beispiel ist der Stabilisator Pektin (E440). Pektin ist ein Bestandteil in der Zusammensetzung von Äpfeln und wird in der Lebensmittelindustrie als Stabilisator verwendet. In Konfitüre dient Pektin zum Beispiel als Geliermittel.

Außerdem kommt Aspartam (E-Nummer E951) in seiner bekannten Form zwar nicht in der Natur vor, allerdings besteht es aus natürlichen Aminosäuren, die miteinander verknüpft werden, sodass eine süß schmeckende Substanz entsteht.

E- Nummern, Zusatzstoffe

Oecotrophologin und Wissenschaftsjournalistin Dorothee Hahne hat zum Thema E-Nummern ein ganzes Buch verfasst. In ihrem Nachschlagewerk finden sich alle der über 330  derzeit zugelassenen Lebensmittelzusätze mit zusätzlichen Informationen zu Herstellung, Verwendung, Studienlage und Tageshöchstdosis.

 

Mehr Informationen zu E-Nummern, Zusatzstoffe von Dorothee Hahne gibt es hier.


KOMMENTARE

Diplom Oecotrophologin Anja Krumbe

Anja Roth Diplom-Oecotrophologin

MEHR VOM AUTOR

Das könnte Sie auch interessieren

iStock, Chinnapong

Süßstoffverband zur Nationalen Diabetes Strategie

Mehr
Gewichtsreduktion

Studie zeigt: Süßstoffe können zur Gewichtsreduktion beitragen

Mehr
Lebensmittel Kinder Chile

Zucker raus, Süßstoff rein: Was bedeutet das für die Süßstoffaufnahme bei Chilenischen Kindern?

Mehr
Teaser: Fragen & Antworten

Fragen & Antworten