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Süßstoff-Blog

Diplom Oecotrophologin Anja Krumbe
Anja Roth
Diplom-Oecotrophologin
Anja Roth ist Diplom Oecotrophologin und Fachjournalistin. Sie führt eine eigene Praxis für Ernährungsberatung und -therapie sowie eine Lehrküche. Seit über 10 Jahren ist sie freiberuflich für den Süßstoff Verband tätig.
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22. Okt. 2019
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Familienmahlzeiten fördern die gesunde Ernährung von Kindern

Sich für die Mahlzeiten gemeinsam am Esstisch zu versammeln, das ist nicht nur gut fürs Miteinander in der Familie. Es ist auch gesund, vor allem für Kinder und Jugendliche. Mit diesem Zusammenhang hat sich ein Team von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Universität Mannheim befasst. Dafür werteten sie 50 Studien mit insgesamt mehr als 29.000 Probanden weltweit aus. Die Ergebnisse sind nun in der Fachzeitschrift Health Psychology erschienen. Sie zeigen, wie Eltern und Erziehungsberechtigte die Gesundheit von Kindern durch gemeinsame Mahlzeiten fördern können.

Kinder gesund ernähren - was hilft dabei?

„Wie eine Familie gemeinsam isst, ist genauso wichtig oder sogar wichtiger als die Häufigkeit der gemeinsamen Mahlzeiten“, kommentiert Co-Autor Ralph Hertwig, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, die Ergebnisse. Denn gesunde Lebensmittel sind nicht das Einzige, worauf Familien bei gemeinsamen Mahlzeiten achten sollten.

Sich beim Essen Zeit lassen und die gemeinsame Mahlzeit in einer positiver Atmosphäre verbringen, hat den größten Einfluss auf die gesunde Entwicklung von Kindern. Auch wer Kinder bei der Zubereitung der Mahlzeiten mit einbezieht und durch das eigene Essverhalten mit gutem Beispiel vorangeht, trägt dazu bei, dass Kinder gesünder essen. Ebenfalls förderlich: den Fernseher beim Essen ausschalten. Ob das auch für Smartphones und Tablets gilt, wollen die Wissenschaftler in künftigen Studien untersuchen.

Übergewicht bei Kindern vorbeugen durch Familienmahlzeiten?

Kinder aus Familien, die häufiger gemeinsam essen, sind seltener übergewichtig. Sie weisen einen geringeren Body Mass Index (BMI) auf und ernähren sich insgesamt gesünder. Dieser Zusammenhang konnte bereits in früheren Studien nachgewiesen werden. Unklar war bisher jedoch, inwiefern genau gemeinsame Mahlzeiten der Familie die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen fördern.

„Familienmahlzeiten führen nicht per se zu einem besseren Essverhalten. Soziale, psychologische und Verhaltensaspekte spielen eine wichtige Rolle“, erklärt Erstautorin Mattea Dallacker vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Um Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen, seien vielfältige Maßnahmen notwendig, ergänzt Jutta Mata, Professorin für Gesundheitspsychologie an der Universität Mannheim. „Familienmahlzeiten sind eine Möglichkeit. Sie bieten die Chance, auf kindliche Essgewohnheiten unmittelbar und frühzeitig einzuwirken.“

Darf es auch mal etwas Süßes für Kinder sein?

Ernährungsbewusste Eltern wollen bei der Kinderernährung oft besonders darauf achten, dass Lebensmittel auf den Tisch kommen, die für ihre Kinder gesund sind und nicht dick machen. Komplett auf Zucker zu verzichten oder süße Speisen gar zu verbieten, ist schwierig und trägt selten zur guten Atmosphäre am Esstisch sowie einem gesunden Essverhalten bei. Wer die Kalorieneinnahme von Kindern und sich selbst reduzieren und trotzdem nicht auf Süßes verzichten möchte, sollte anstelle von zuckerhaltigen Lebensmitteln lieber zu solchen mit Süßstoffen greifen. Das beugt Übergewicht und Karies vor. Anders als häufig dargestellt, sind Süßstoffe für Kinder nicht schädlich.

Gibt es Unterschiede je nach Kindesalter und Familienmodell?

Beachtenswert bei den Ergebnissen der neuen Metaanalyse zu Familienmahlzeiten ist: Das Alter der Kinder spielt für den positiven Effekt der Familienmahlzeit keine Rolle. Egal ob Kleinkinder, Heranwachsende oder Jugendliche – sie alle profitieren durch Familienmahlzeiten. Auch der soziale und ökonomische Hintergrund der Familie hatte keinen Einfluss auf die Ergebnisse.

Gesunde Ernährung durch Familienmahlzeiten – dieser Zusammenhang zeigt sich in der Metastudie zudem unabhängig davon, welches Familienmodell betrachtet wird. Es macht also zum Beispiel keinen Unterschied, ob nur ein oder beide Elternteile bei den Familienmahlzeiten dabei sind. Beides hilft dabei, die Ernährung von Kindern gesund zu gestalten. Ob die Zusammenhänge gemeinsamer Mahlzeiten und gesunder Ernährung nur im Kontext von Familien gilt oder auch beim Schulessen, wurde in der Metastudie allerdings nicht untersucht.


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