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24. Nov. 2018

Macht Süßstoff dick?

Mehrere Studien zeigen, dass beim Einsatz von Süßstoffen das Körpergewicht gesenkt werden kann. Nicht nur, weil die Kalorien fehlen, sondern auch weil der Genuss bleibt. So konnten Probanden, die statt gezuckerter Softdrinks Light-Getränke konsumierten, ihr Körpergewicht sogar besser reduzieren, als diejenigen, die Wasser trinken mussten – wahrscheinlich weil sie durch den Süßgeschmack und den damit verbundenen Genuss eher auf kalorienreiche Getränke und Snacks verzichten konnten. „Trotzdem ist das keine Frage, auf die man einfach mit ja oder nein antworten kann“, warf Heidrun Mund, ehemalige Vorsitzende des Süßstoff-Verbands ein. Süßstoffe alleine machen nicht schlank. Sie sind nur ein Teil des Ganzen und müssen insgesamt in ein ausgewogenes Ernährungs- und Bewegungsmuster integriert werden. „Essen an sich macht nun mal dick“, so Mund.

Verbraucher besser informieren – ohne wissenschaftliche Studien?

Studien zeigen, dass der Gebrauch von Süßstoffen nicht zu mehr Lust auf Süßes führt. Im Gegenteil, sie können sogar zu einem insgesamt besseren Ernährungsmuster beitragen. „Die eigentliche Frage ist doch, wie wir Verbraucher besser informieren können, ohne immer mit wissenschaftlichen Studien zu argumentieren“, betonte Gerhard Fuchs von der Beneo GmbH Mannheim. Denn Studien, die keine Negativergebnisse liefern stoßen auf wenig Interesse in der Gesellschaft. Ein Beispiel, dass verdeutlicht welchen Einfluss Studien – trotz harscher Kritik aus der Wissenschaft – haben können, ist die „Artificial sweeteners induce glucose intolerance by altering the gutmicrobiota“-Studie, in der Presse oft „Israel-Studie“ genannt. Die Test-Mäuse zeigten eine veränderte Glucosetoleranz. Die Wirkung soll durch veränderte Darmbakterien ausgelöst worden sein. Die Studie, die 2014 Schlagzeilen machte, hat keine Praxisrelevanz, weil mit unrealistisch hohen Saccharinmengen gearbeitet wurde. Durch die Veröffentlichung in zahlreichen Medien sind ihre Ergebnisse bis heute bei Verbrauchen und Ernährungsberatern präsent.

Studien ohne Praxisrelevanz bleiben oft lange in Erinnerung

„Dieses Studiendesign kann allerhöchstens den Stellenwert einer Hypothesengenerierung einnehmen“, so Anja Krumbe, Oecotrophologin und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Süßstoff-Verbandes. Die von den israelischen Wissenschaftlern vorgelegte Studie basiert größtenteils auf Tierversuchen und auf einer sehr kleinen Gruppe von Personen und lässt sich nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen. Im Gegenteil, aus Untersuchungen an Mäusen beziehungsweise sieben Probanden solche weitreichenden Schlüsse zu ziehen, ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht akzeptabel. „Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass Wissenschaftler richtig enttäuscht sind, wenn sie feststellen, dass ihre Untersuchung kein negatives Licht auf Süßstoffe werfen“, betont Krumbe. Diese Einstellung beeinflusse das Studiendesign und so gegebenenfalls auch die Ergebnisse.

Diplom Oecotrophologin Anja Krumbe

Anja RothÖffentlichkeitsarbeit Deutschland

Süßstoff-Verband e.V.
Postfach 90 60 85, 51127 Köln
+49 (0) 2203 20 89 45
[email protected]

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