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15. Feb. 2019

Keine Hinweise auf Zusammenhang zwischen Süßstoffen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die aktuelle Datenlage, einschließlich der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Auftrag gegebenen kürzlich durchgeführten Überprüfungen (1,2), deuten nicht darauf hin, dass es Anhaltspunkte dafür gibt, dass Süßstoffe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen oder erhöhen könnten, im Gegensatz zu der in der Fachzeitschrift Stroke veröffentlichten Studie (3). Ebenso findet sich in der der ausführlichen Stellungnahme der American Heart Association und der Diabetes Association von 2018 (4) kein Hinweis auf eine „Gefahr“ durch Süßstoffe für das Herz. Im Gegenteil, die Experten empfehlen sogar den Ersatz von zuckergesüßten Getränken durch süßstoffgesüßte, um Kalorien einzusparen. Einige der Ergebnisse der neuen Studie stehen auch im Gegensatz zu den Ergebnissen einer kürzlich durchgeführten Analyse der NHANES-Daten [US-amerikanischer Gesundheits- und Ernährungsuntersuchungsbericht], aus der hervorgeht, dass Verbraucher mit kalorienarmen Getränken in allen Lebensstadien eine höhere Diätqualität und eine geringere Gesamtzufuhr aufwiesen als im Vergleich zu Verbrauchern von zuckergesüßten Getränken, während es im Vergleich zu Verbrauchern von nicht gesüßten Getränken wie Wasser keine Unterschiede gab (5). In ähnlicher Weise zeigte die Datenanalyse des britischen National Diet and Nutrition Survey (NDNS), dass Personen, die kalorienarme Getränke konsumieren, eine geringere Energiezufuhr sowie eine niedrigere Gesamtzucker- und freie Zuckermenge hatten und vor allem wurde kein Einfluss auf die kardiometabolischen Risikofaktoren gefunden (6).

Korrelation bedeutet nicht Kausalität

In der Arbeit von Mossavar-Rahmani et al., die auf Datenanalysen der Women’s Health Initiative basiert, werden keine plausiblen Mechanismen untersucht, die einen Zusammenhang zwischen dem Konsum gesüßter Getränke mit niedrigem Kaloriengehalt und koronarer Herzkrankheit oder Schlaganfall erklären, weil sie eine Beobachtungsstudie und keine klinische Studie ist. Beobachtungsstudien haben Einschränkungen, einschließlich der Möglichkeit einer umgekehrten Kausalität und verbleibender Störfaktoren, die die vorgefundenen Assoziationen beeinflussen könnten. So wurde in dieser Arbeit der Light-Getränkekonsum auf der Grundlage einer einzigen, selbst berichteten und nicht validierten Methode erfragt. Frauen, die über einen höheren Konsum von kalorienarmen Getränken berichteten, waren häufiger fettleibig, Raucher in der Vergangenheit, hypertensiv, hatten eine schlechtere Diätqualität und eine höhere Gesamtenergiezufuhr und damit auch einen (unentdeckten) Diabetes. Dies könnten andere Einflussfaktoren sein, die nicht beachtet wurden. Eine umgekehrte Kausalität ist sehr wahrscheinlich, d.h. dass Frauen, die an einer Herzkrankheit leiden, in ihren Bemühungen zur Verringerung der Zucker- oder Kalorienzufuhr möglicherweise einen kalorienarmen Getränkekonsum angenommen haben. Die Wahrscheinlichkeit einer umgekehrten Verursachung wird durch die Tatsache erhöht, dass in dieser Studie keine Dosis-Wirkungsbeziehung festgestellt wurde. Das Auffinden einer Dosisreaktion wird in Beobachtungsstudien aber als unerlässlich angesehen, um die Wahrscheinlichkeit einer umgekehrten Verursachung zu begrenzen. Die Autoren merken selber an, dass sich die Konsummuster im Laufe der Zeit geändert haben können, bevor die Gesundheitsvorfälle eintraten.

Fazit: Datenlage wurde überinterpretiert!

Diplom Oecotrophologin Anja Krumbe

Anja RothÖffentlichkeitsarbeit Deutschland

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