Süßstoff-Blog

Diplom Oecotrophologin Anja Krumbe
Anja Roth
Diplom-Oecotrophologin
Anja Roth ist Diplom Oecotrophologin und Fachjournalistin. Sie führt eine eigene Praxis für Ernährungsberatung und -therapie sowie eine Lehrküche. Seit über 10 Jahren ist sie freiberuflich für den Süßstoff Verband tätig.
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06. Apr. 2020
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Fit und gesund bleiben trotz Corona: Tipps für mehr Bewegung im Alltag

Unser Bewegungsradius ist derzeit aufgrund der Corona-Krise und der damit verbundenen Social Distancing Vorschriften sehr eingeschränkt. Das trifft sowohl Erwachsene, aber vor allem Kinder besonders hart. Viele von ihnen sind mit einem großen Bewegungsdrang gesegnet und sitzen nun zuhause auf heißen Kohlen – oft zum Leidwesen der Eltern. Unterbinden sollte man die hohe Aktivität auf keinen Fall! Denn sie sorgt für eine gesunde Energiebalance und hält den Kreislauf in Schwung. Mit etwas Kreativität und einigen Utensilien, die man in jedem Haushalt findet, lassen sich tolle Bewegungsspiele für Zuhause entwickeln. Die bringen nicht nur den Kleinen Spaß, auch Eltern finden dadurch Abwechslung und Bewegung im Home-Office.

Gegen den Corona-Blues: Bewegung hält Körper und Geist fit

Der kindliche Bewegungsdrang ist nicht einfach so vorhanden. Er erfüllt einen wichtigen Zweck in der Entwicklung körperlicher und geistiger Fähigkeiten: Denn Kinder lernen durch Bewegung und entwickeln sich so ständig weiter. Neben dem körperlichen Faktor – der Entwicklung von Kraft und Ausdauer – ist auch die geistige Entwicklung abhängig von sportlicher Aktivität. Um schneller und besser denken zu können, müssen die „Datenautobahnen“ im Kopf von Kindern erst einmal verknüpft werden. Dies geschieht durch das aktive Auseinandersetzen mit der Umwelt. Kinder erfassen und begreifen ihre Umgebung, indem sie spielen, toben und entdecken.

Wie viel Bewegung brauchen Kinder pro Tag?

Kinder befinden sich dauerhaft in der Entwicklung und Ausbildung von Körper und Geist. Sie benötigen deshalb deutlich mehr Bewegung als Erwachsene. InForm, Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung, empfiehlt Eltern, ihre Kinder mindestens 90 Minuten, im besten Fall aber über zwei Stunden am Tag in Bewegung zu halten. Dabei fallen 30-60 Minuten auf Alltagsaktivitäten wie im Haushalt zu helfen oder das Zimmer aufzuräumen; 30-60 Minuten sollten mit Freizeitaktivitäten wie Fahrradfahren gefüllt werden und mindestens 30 Minuten sollten schweißtreibende Aktivitäten beinhalten, wie Fangen spielen oder organisierter Sport.

Wie schaffe ich es, mein Kind zuhause fit zu halten?

Der tägliche Gang auf den Spielplatz oder das Verabreden mit Freunden sind derzeit nicht möglich. Wie halte ich mein Kind trotz der Einschränkungen aktiv? Diese Frage stellen sich derzeit viele Eltern. Die Antwort darauf ist: kreativ werden! Viele Bewegungsspiele lassen sich gut im Haus oder im Garten umsetzen und die meisten Spielgegenstände findet man in jedem Haushalt.

Familienaufstand!

Ein tolles Spiel, nicht nur für Kinder, hat die Plattform Ernährung und Bewegung in Kooperation mit der Universität Bielefeld erarbeitet. Hier geht es darum, sich bewusst zu machen, wie viel Zeit des Tages sitzend verbracht wird und diese Zeit im Laufe des Spiels so minimal wie möglich zu halten. Ganz nach dem Motto „Alles zählt, nur Sitzen nicht“ können die Teilnehmer Punkte sammeln, indem sie Tätigkeiten, die sie normalerweise im Sitzen erledigen, stehend, gehend oder laufend bewältigen.

Weitere Ideen für Bewegungsspiele

Die „Plattform Ernährung und Bewegung e.V.“ gibt für die kreativen Bewegungsspiele mit ihren eigens kreierten Helden „Peb und Pebber“ Starthilfe. Alle Anleitungen und die passenden Comics gibt es auf der peb-Website zum Nachlesen. Beispielsweise lässt sich aus getrockneten Erbsen und Bierdeckeln ein spannendes Geschicklichkeitsspiel entwickeln: Die Kinder bekommen jeweils die gleiche Anzahl getrockneter Erbsen in einer Schüssel sowie jeweils einen Bierdeckel. Ziel ist es, die Erbsen auf dem Bierdeckel von einer Schüssel über eine längere Strecke in eine andere Schüssel zu befördern. Hier sind sowohl Geschick als auch Tempo gefragt. Wer am Ende schneller alle Erbsen von A nach B befördert hat, ist der Gewinner bzw. die Gewinnerin.

Bessere Gesundheit durch mehr Bewegung

Wer auch in Quarantänezeiten weniger sitzt und sich stattdessen öfter bewegt, behält ein gesundes Körpergewicht bei und kann sich besser konzentrieren – das gilt für Klein und Groß. Zudem sind Kinder, die weniger sitzen, ausgeglichener und besitzen meist festere Knochen. Wer hingegen viel sitzt, leidet im weiteren Lebensverlauf häufiger an bestimmten Krankheiten wie Diabetes oder Herzerkrankungen. Im Vergleich zum Sitzen werden im Stehen doppelt so viele Kalorien verbraucht! Außerdem verbessert sich dadurch die Körperhaltung und Muskeln, Gelenke sowie die Wirbelsäule werden gestärkt.

Die richtige Ernährung in Corona-Zeiten

Natürlich ist neben ausreichend Bewegung auch eine ausgewogene Ernährung wichtig – sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Wer sich viel zuhause aufhält, der lässt sich schnell vom Gang zum Kühlschrank verleiten. Wichtig ist deshalb, feste Mahlzeiten einzuhalten und diese gemeinsam als Familie einzunehmen. Der Fernseher oder PC sollte beim Essen ausgeschaltet bleiben! Denn wer sich nicht voll und ganz auf das Essen konzentriert, isst im Zweifel mehr als er verbraucht und nimmt dadurch zu. Auch sollte darauf geachtet werden, nicht zu viel Süßes zu konsumieren. Eltern können hier mit einem guten Beispiel vorangehen: Süßigkeiten müssen nicht komplett verboten werden, können aber beispielsweise durch mit Süßstoff gesüßte, selbst gemachte Quarkspeisen ersetzt werden. Denn Süßstoffe haben die Vorteile, dass sie keine Kalorien besitzen und die Zähne nicht angreifen.

Weitere Infos zu einer gesunden Kinderernährung finden Sie hier.


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